Kurskiller Oliver Krautscheid: Kaum ist der Firmenzerstörer im Amt, sackt die EASY-SOFTWARE-Aktie ab

Ruinator Oliver Krautscheid eilt ein gewisser Ruf voraus. Nach wenigen Tagen im neuen Job als EASY-SOFTWARE-Vorstand stürzt die Aktie ab und kostet die Aktionäre über 5 Mio. Euro. 

Man darf gespannt sein, welche Erklärung Oliver Krautscheid diesmal findet, falls er sich je dazu äußert: das chinesische Virus, die Thüringen-Krise oder das Wetter? Es wäre nicht das erste Mal, dass Krautscheids Weitsicht und untrügliches Gespür für die Märkte ein Opfer höherer Gewalt wird.

Als die Beteiligungsfirma FANTASTIC COMPANY AG unter Krautscheids genialer Führung ins Schlingern geriet, erklärte der serielle Firmenzerstörer, dass „Regen, Hochwasser und zum Teil noch Schnee“ Schuld am Desaster seien. Kein Witz! Wer’s nicht glaubt, liest → hier.

Der EASY-Absturz kann natürlich auch reiner Zufall sein, aber das glaubt keiner. Oliver Krautscheid hat sich in den letzten 10 Jahren einen soliden Ruf als Kurskiller erarbeitet. Im Sommer 2009 übernahm er die Leitung der FANTASTIC COMPANY AG und führte die börsennotierte Beteiligungsgesellschaft durch Missmanagement und ausufernde Selbstbedienung in die Bedeutungslosigkeit. Heute ist das Unternehmen delisted. Es folgten CD DEUTSCHE EIGENHEIM AG (heruntergewirtschaftet und delisted), dann MOLOGEN AG (nach 5,5 Jahren Krautscheid insolvent) und jetzt EASY SOFTWARE AG. Seit wenigen Tagen ist die humane Abrissbirne Chef in der Mühlheimer Digitalisierungsfirma und schon nimmt das Unheil seinen Lauf.

Es ist immer wieder dasselbe: Die Aktionäre verlieren ihr Erspartes, aber Oliver Krautscheid und einige Erfüllungsgehilfen kassieren hohe Gagen. Was bei EASY dazu kommt: Es stehen viele Arbeitsplätze auf dem Spiel. In der Tageszeitung WAZ steht:

In einer nächtlichen Sitzung beschloss der Aufsichtsrat jetzt, den Chefaufseher Oliver Krautscheid in den Vorstand zu entsenden. Der Vorstandsvorsitzende Dieter Weißhaar, der erst Mitte 2018 zu Easy gekommen war, hat nach Angaben des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Stefan ten Doornkaat Urlaub genommen.

Glaubt Krautscheid nach mehreren Firmenpleiten immer noch, dass er der bessere Firmenlenker ist? Schon möglich. Auf seiner privaten Website veröffentlicht Krautscheid (sprachlich etwas ungelenk formulierte) Huldigungen, die das Selbstbild des Möchtegern-Sanierers spiegeln:

Friedrich s Oliver Krautscheid gehört zu den interessantesten Persönlichkeiten in der Investorbranche. Seine langjährige Erfahrung zahlt sich immer wieder aus. Besonders bei Aufsichtsräten ist seine Kompetenz gefragt. In dem Mann steckt Potenzial. Ich denke, dass er in Zukunft noch ganz andere Firmen lenken und leiten wird.
Christian H. Der Herr Krautscheid zeichnet sich durch analytischen Verstand aus, fast könnte man sagen der gewisse „Scharfsinn“! Digitalisierung im Aufsichtsrat, Compliance im digitalen Zeitalter sind genauso seine Steckenpferde wie er es schafft, fundamental zu analysieren, Potenziale zu erkennen und vor allem sich nicht ins Boxhorn jagen zu lassen. Mit seiner Ansage, die Rezession kommt nicht!, lag er ja – das zeigten jüngst auch die Wirtschaftsweisen – richtig.

5 Kommentar(e)

  1. Michael B. schrieb:

    Warum zieht jetzt die PR-Drecksau die Easy Software durch den Schmutz? Die Easy hat ja ein funktionierendes Geschäftsmodell. Das sollte nie vergessen werden. Egal wie stark der Kurs noch fällt, irgendwann kommt ein strategischer Investor (Deutsche Balaton) und übernimmt die Firma. Also bitte locker bleiben!

    15.02.20 um 19:24 | Permalink
  2. *** schrieb:

    Für Ihre private Fehde mit Krautscheid, bedrohen Sie unser Unternehmen und die Angehörigen der Mitarbeiter. Lassen Sie die Hetze einfach sein, sie ist höchst unanständig.

    Wir möchten nicht ständig den Kopf hinhalten müssen, für Ihre dämlichen, unreflektierten Aussagen. Sie haben von der EASY keine Ahnung.

    19.02.20 um 14:26 | Permalink
  3. Faktencheck schrieb:

    Aber die Fakten mit ein wenig Kenntnis von Easy und Markt sehen doch so aus (unabhängig zur Personalie Krautscheid):

    1. Außerordentliche Aufsichtsratssitzung + Nachtsitzung (!) + Vorstandsvorsitzender im Urlaub (!) (nicht beurlaubt) => kommunikativ schon schwer suboptimal

    2. Überteuerter Apinauten-Kauf, dafür sind die werthaltigen Otris-Anteile weg. Man tauscht etabliertes ECM-Business gegen Hoffnung auf neues Geschäftsmodell (wobei man ja weiter Otris verkauft, das ist nun aber komplett Fremdsoftware, für einen Softwarehersteller keine gute Entwicklung)

    3. Finanzzahlen Q4 2019 nicht veröffentlicht

    4. ECM Markt & Wettbwerb boomen seit 10 Jahren, nur Easy nicht

    Im Grunde kommt Easy seit 10 Jahren weder zur Ruhe noch auf einen grünen Zweig. Deutsche Balaton würde ich nicht wirklich als strategischen Investor ansehen. Wirklich bergauf wird es erst wieder mit einem klaren Mehrheitseigentümer gehen, der Ahnung vom Markt hat.

    24.02.20 um 11:59 | Permalink
  4. Sabrina A. schrieb:

    Bitte stoppen Sie diesen Shitstorm. Die Mitarbeiter der Easy Software haben das nicht verdient. Ihre anstrengende Fehde mit Herrn Krautscheid sollten Sie bitte privat austragen. Ziehen Sie die fleißigen Mitarbeiter der Easy nicht durch den Dreck.

    17.03.20 um 12:19 | Permalink
  5. MoinMoin schrieb:

    Was macht eigentlich der CD Eigenheim Aufsichtsrat Prof. Rainer Lauterbach bei der Easy Software?

    02.05.20 um 13:58 | Permalink

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