MOLOGEN vor Insolvenz: Mit Burghardt Wittigs parasitärer Abkassier-Struktur fing alles an

Als der Mediziner und Biochemiker Burghardt Wittig 1998 MOLOGEN an die Börse brachte, etablierte er ein Selbstbedienungs-System, das Aktionären rund 200 Mio. Euro aus der Tasche zog. Naive Anleger glauben trotzdem immer noch an ihn.

MOLOGEN, das war von Beginn an mehr Geldautomat als Krebsforschungsfirma – auf Kosten gutgläubiger Aktionäre. Zunächst für Burghardt Wittig, der das Unternehmen an die Börse führte und sich damit zum Millionär machte. Später kassierte er Traumgagen als Vorstandsvorsitzender und nach seinem Abschied aus dem Management hohe Beraterhonorare.

Dann für unfähige Vorstände und Aufsichtsräte, ihre Berater, Rechtsanwälte und die Krankenhauswirtschaft. Sie alle kassierten ab. Die erfolglose MOLOGEN-Forschung war eine Goldgrube für alle Beteiligten. Kleine und große Aktionäre zahlten die Zeche, die sich bis dato auf grob 200 Mio. Euro summieren dürfte. Wie MOLOGEN positive fake news für die Börse kreierte und der Handel mit krebskranken Versuchspersonen den Kliniken hohe Zahlungen bescherte, beschreibe ich → hier.

Neben ihren üppigen Gehältern erhielten die operativ völlig erfolglosen MOLOGEN-Vorstände absurde Boni. Angefangen bei den langjährigen Vorständen Matthias Schroff (über 10 Jahre MOLOGEN-Vorstand) und Finanzchef Jörg Petraß. Bis hin zum völlig überforderten CEO Stefan Manth, der monatlich 40.000 Euro Gehalt bezieht und nun Insolvenz anmelden will.

Groteskes Beispiel: Während der Lungenkrebs-Studie IMPULSE starben Patienten, die den MOLOGEN-Wirkstoff Lefitolimod einnahmen, schneller als die Kranken in der Vergleichsgruppe. Trotzdem kassierte die zuständige Vorstandsvorsitzende Mariola Söhngen 2016 sagenhafte 340.000 Euro Bonus für unbekannte Leistungen. Es war kein gutes Jahr für MOLOGEN. Sämtliche Forschungsarbeiten wurden gestoppt oder ausgelagert. Dann erwies sich ein zuvor stolz  präsentierter neuer Großaktionär namens TowerCrest als chinesisches Windei. Die MOLOGEN-Aktie stürzte von 4,7 Euro (Januar 2016) auf 1,5 Euro (Januar 2017) ab. Im Aufsichtsrat kreierten Oliver Krautscheid, Stefan Manth und Susanne Klimek gleichzeitig einen Sitzungsmarathon nach dem anderen und sackten hohe Gebühren ein.

Man kann die Liste der MOLOGEN-Nutznießer beliebig verlängern. Einer sticht ohne Zweifel heraus: Oliver Krautscheid, der 2014 als Kettenhund von MOLOGEN-Großaktionär Thorsten Wagner in den Aufsichtsrat geschickt wurde, um aufzuräumen. Aber was unternahm er? Nichts anderes als alle seit Burghardt Wittig auch: Er zapfte MOLOGEN an und füllte sich die Taschen. Krautscheids Sitzungsgebühren für seine Tätigkeit im Aufsichtsrat dürften beispiellos in der deutschen Börsengeschichte sein. MOLOGEN blieb weiterhin erfolglos und steht jetzt vor dem Ruin.

Viele nutzten das parasitäre System, das Wittig etablierte. Der AKTIENVERSENKER wies nach, dass alle MOLOGEN-Chefs (und zwar seit Gründung des Unternehmens) unberechtigte Hoffnungen schürten und ahnungslose Investoren in die Aktie trieben. Aber geistiger Vater und hauptverantwortlich für diese Unkultur ist Burghardt Wittig, der sich gerne auf große Denker beruft und salbungsvolle Sprüche klopft. Viele Aktionäre feiern ihn immer noch als Heilsbringer, der das Ruder herumreißen könnte. Manche lernen nie dazu.

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