Log MOLOGEN-Chef Stefan Manth kurz vor dem Studien-Desaster die Aktionäre an?

Neulich wurde die MOLOGEN-Hauptversammlung überraschend verschoben. Alle wunderten sich über die kuriose Begründung. Jetzt tauchte ein Schreiben auf, in dem ein ganz anderer Grund genannt wird.

Wir erinnern uns, vor wenigen Wochen wurde die MOLOGEN-Hauptversammlung unerwartet vom 22. August auf den 29. August verlegt.

In einer Pressemitteilung vom 12.7.2019 meldete MOLOGEN-CEO Stefan Manth:

Der Vorstand des biopharmazeutischen Unternehmens MOLOGEN AG gab heute bekannt, dass die vorbereitenden Arbeiten zur Auswertung der Phase III-Zulassungsstudie IMPALA weit vorangeschritten sind und somit die Top Line-Ergebnisse voraussichtlich im August 2019 vorliegen werden. Die Gesellschaft möchte diese wichtigen Studienergebnisse den Aktionären vorstellen und mit diesen diskutieren. Vorsorglich wird daher der Termin für die ordentliche Hauptversammlung für Ende August 2019 festgesetzt… Um die Wahrscheinlichkeit zu steigern, die Studienergebnisse und das weitere Vorgehen mit den Aktionären besprechen zu können, soll die ursprünglich für den 22. August 2019 geplante ordentliche Hauptversammlung nun am 29. August 2019 stattfinden.

Das klang irgendwie schräg. Und klingt im Rückblick umso schräger. Was sollte denn diskutiert werden? Ergebnis ist Ergebnis. Die merkwürdige Meldung gab Rätsel auf. Nun, vielleicht war Manths Begründung auch nur eine ganz normale Lüge, um zu verschleiern, dass hinter den Kulissen die Fetzen flogen. Und zwar zwischen dem neuen MOLOGEN-Aufsichtsrat Gerhard Greif und dem Rest der MOLOGEN-Bande.

In einem Brief an das Amtsgericht Charlottenburg schrieb Manth am 22.7.2019, warum er Greif (der als erbitterter Krautscheid-Feind gilt) für ungeeignet halte und forderte die Entfernung des lästigen Kritikers.

Manth verpetzte Greif beim Gericht wegen allerlei Kleinigkeiten (auf die ich wegen des Unterhaltunsgwerts in einem anderen Artikel eingehen werde) und prangerte Greifs Entscheidung an, einer Aufsichtsratssitzung fernzubleiben. Manth erwirkte durch eine Einstweilige Verfügung gegen Greif (von Freshfields beantragt), dass dieser zur Teilnahme gezwungen wurde. Manth an das Gericht:

In der Folge und um etwaigen Schaden von der Gesellschaft abzuwenden, sah sich der Vorstand gehalten, gerichtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die Teilnahme und ordnungsgemäße Durchführung der Aufsichtsratssitzung zu gewährleisten. Folge der hierdurch entstandenen Verzögerung in der Beschlussfassung war, dass der im Unternehmenskalender bereits kommunizierte Termin der ordentlichen Hauptversammlung 2019 verschoben werden musste.

Wie bitte? Für die Öffentlichkeit, den Kapitalmarkt und die MOLOGEN-Aktionäre hieß es doch kurz zuvor, dass die Verschiebung einen ganz anderen Grund hatte. Siehe oben. Hat Manth alle belogen?

Das wollte ich von ihm selbst wissen und befragte Manth, welcher der widersprüchlichen Gründe für die Verschiebung nun der wahre sei. Die verblüffende Antwort aus der MOLOGEN-Kommunikationsabteilung: Beides stimmt!

Die Rückmeldung im Wortlaut:

In Erwiderung der Fragen aus Ihrer E-Mail vom 31.07.2019 „Presseanfrage für Dr. Stefan Manth“ möchten wir Sie darauf hinweisen, dass sie auf nicht zutreffenden Unterstellungen basieren. Insbesondere ist Ihre Behauptung, es gäbe widersprüchliche Begründungen zur Verschiebung der Jahreshauptversammlung, falsch. Beide Gründe lagen nachweislich vor und führten damit zur Verschiebung. Sollten Sie dies in Ihrer „Berichterstattung“ anders darstellen, sähen wir uns veranlasst, juristisch dagegen vorzugehen. Im Übrigen beziehen sich Ihre Fragen auf ein laufendes Gerichtsverfahren, weshalb wir uns hierzu derzeit nicht äußern werden.

Ich glaube, das muss nicht weiter kommentiert werden.

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