Perverse Zahlung: Test-Patienten starben schneller, doch MOLOGEN-Chefin Mariola Söhngen kassierte 340.000 Euro Bonus

Zwischen 2014 und 2016 ließ MOLOGEN den Wirkstoff Lefitolimod an schwerkranken Lungenkrebspatienten testen. Das Ergebnis war verheerend, die Probanden starben sogar schneller. Dennoch gönnte sich die Ärztin und MOLOGEN-Vorstandsvorsitzende Mariola Söhngen einen perversen Bonus. 

In Kürze präsentiert die Berliner Krebsforschungsfirma MOLOGEN die Ergebnisse seiner Medikamentenstudie IMPALA. Zum wiederholten Mal wurde der Wirkstoff Lefitolimod getestet. Diesmal an 500 Darmkrebs-Patienten in über 100 Kliniken. Auch die Charité in Berlin ist dabei.

Kenner des Unternehmens rechnen mit einem Flop. Seit 20 Jahren hat noch kein einziges Mittel aus dem Biotech-Unternehmen die Zulassungsreife erlangt. In mehreren Studien fiel Lefitolimod immer wieder durch. Zuletzt, als Lefitolimod im Rahmen der IMPULSE-Studie getestet wurde und ein großer Teil der Lefitolimod-Probanden kürzer überlebte als die Menschen in der Kontrollgruppe, die kein Lefitolimod bekamen. Die Lefitolimod-Patienten starben teilweise rund ein halbes Jahr früher als jene, denen kein Wirkstoff sondern ein Placebo verabreicht wurde. Ein Desaster für MOLOGEN.

Dennoch profitierten einige von dem grausamen Ergebnis. Denn aus solchen Studien-Flops dichtet die MOLOGEN-Führung immer wieder Jubelmeldungen für die Börse. Im Falle der gescheiterten IMPULSE-Studie lautet die fake news dann so:

„Finale Auswertung der IMPULSE Studie bestätigt Topline-Daten mit positiven Subgruppenergebnissen.“

Wer es nicht glauben will, liest → hier.

Es besteht der begründete Verdacht, dass MOLOGEN gar nicht mehr für die Forschung testet, sondern nur noch für Spekulanten, damit die von Kursschwankungen profitieren. Es scheint, die todkranken Test-Patienten in der Charité und → allen anderen Studien-Kliniken sind nur Kanonenfutter für die manipulativen Börsenmeldungen von MOLOGEN, die von Claudia Nickolaus gestrickt werden. Nickolaus war früher in der Lobbyfirma CNC zugange.

Auf der MOLOGEN-Hauptversammlung sagte mir ein Aktien-Spekulant dazu: „Mir doch egal, die Kranken sterben sowieso.“

Erfahrene Trader nutzen selbst kleine Kurssprünge, ausgelöst durch die fake news von MOLOGEN, und verdienen damit Geld.

MOLOGEN-Großaktionär Thorsten Wagner ist in Frankfurt Trader im großen Stil und wird von der Generalstaatsanwaltschaft verdächtigt, mit Cum-Ex-Geschäften Steuerbetrug begangen zu haben. Über 180 Staatsanwälte, Steuerfahnder und Polizeibeamte beteiligten sich an Hausdurchsuchungen. Das Handelsblatt berichtete → hier.

Nicht nur Börsenhallodris wie Wagner profitieren, wenn für MOLOGEN getestet und gestorben wird. Rund 12.000 Euro kassiert eine Klinik für die Bereitstellung eines kranken Probanden. Bezahlt wird vom Auftraggeber der Studie. Auch für die Krankenhauskonzerne ist die MOLOGEN-Testerei ein gutes Geschäft.

Und nicht zuletzt profitieren die MOLOGEN-Manager. Obwohl ihre Probanden dahinstarben, kassierte MOLOGEN-Vorständin Mariola Söhngen für 2016 eine spektakuläre Erfolgsprämie: 364.000 Euro. Zur Aufbesserung ihres Jahresgehalts in Höhe von 282.000 Euro.

Wofür eigentlich?

2016 war kein gutes Jahr für MOLOGEN. Sämtliche Forschungsarbeiten wurden gestoppt oder ausgelagert. Dann erwies sich ein zuvor stolz  präsentierter neuer Großaktionär namens TowerCrest als chinesisches Windei. Die MOLOGEN-Aktie stürzte von 4,7 Euro (Januar 2016) auf 1,5 Euro (Januar 2017) ab.

Für was kassierte Söhngen dann? Ein ungeheuerlicher Verdacht drängt sich auf.

Als verantwortliche CEO von MOLOGEN initiierte Söhngen im Herbst 2016 die Herausgabe zweier Wandelschuldverschreibungen. Eine davon exklusiv für MOLOGEN-Großaktionär Thorsten Wagner bzw. dessen Firma Global Derivative Trading GmbH (GDT). In der Folge gab die Gesellschaft Maßnahmen bekannt, die eindeutig darauf hinausliefen, dem privilegierten Aktionär Wagner erhebliche finanzielle Vorteile gegenüber allen anderen Aktionären bei der Nutzung seiner Wandelrechte einzuräumen. Das roch ganz streng nach Aktionärsbetrug. Als andere Aktionäre rebellierten, wurde das fiese Manöver abgesagt. Hier stehen → alle Details.

Ich befragte die Ex-Chefin von MOLOGEN, ob ihr Bonus als Schweigegeld gedacht war und Söhngens Zustimmung zum geplanten Aktionärsbetrug damit erkauft wurde. Söhngens juristisch gedrechselte Antwort: „Inhaltlich weise ich Ihre Behauptungen zum Thema der Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen und die Beteiligungsverhältnisse der GDT hieran, vorsorglich zurück.“ Ich bin mir nicht sicher, ob das wie ein klares „nein“ klingt…

Söhngen schied 2018 aus, lenkt inzwischen die belgische Firma Convert Pharmaceuticals SA und sitzt im Aufsichtsrat der Stammzellenbank Vita34 AG in Leipzig.

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