Immer wieder präsentiert Mologen hochkarätige Investoren, die viel Geld in die Krebsforschung stecken wollen. Sofort steigt der Kurs. Aus den versprochenen Deals wird dann nichts. Überraschung?

Die Liste potenzieller Geschäftspartner, die im großen Stil in die Mologen-Forschung einsteigen wollten, ist lang. Alle springen wieder ab. Vermutlich ist alles nur vorgetäuscht, um den Börsenkurs nach oben zu treiben.

In unzähligen Adhoc-Mitteilungen präsentierte Mologen in den vergangenen Jahren immer wieder potente Partner mit viel Geld, die der Mologen-Forschung auf die Sprünge helfen wollten. Angeblich. Wenn man sich diese Kandidaten genauer anschaute, ahnte man schnell, dass es sich um einen Schwindel handeln musste.

Folgende Investoren wurden via großspuriger Unternehmensmitteilung angekündigt und erwiesen sich als Flop:

MOLOGEN und ONCOLOGIE: Vereinbarung über weltweite Rechteübertragung und Entwicklungskooperation für MOLOGENs Hauptwirkstoff Lefitolimod. Hier geht’s zur  Meldung.

Wie bestellt sprang das kleine Nachrichtenportal 4investors auf die News  aus dem Hause Mologen an und jubelte: Mologen – Lefitolimod: „Big deal” mit Oncologie. Hier geht’s zur  Meldung. 4investors fiel ja schon öfter mit unsubstantiierten Mologen-Huldigungen auf. Ich rechne auch diese „unabhängige“ Firma zu den käuflichen Claqueuren im Aktienzirkus. Eine kleine Tranche der vereinbarten Zahlungen von Oncologie floss dann sogar an Mologen. Aus der versprochenen Zusammenarbeit im großen Stil („Big deal“) wurde jedoch nichts.

Nächste Nachricht: MOLOGEN AG: US-Investor unterzeichnet Aktienbezugsvereinbarung. Hier geht’s zur → Meldung. Vollmundig versprach Mologen-Finanzvorstand Walter Miller…

  • US-Investor Global Corporate Finance (GCF) verpflichtet sich bis zu 10 % an MOLOGEN zu erwerben
  • Bis zu ca. EUR 10 Mio. Bruttoerlöse in den kommenden Monaten möglich
  • Flexible Aktienbezugsvereinbarung: MOLOGEN bezieht nach eigenem Ermessen
  • Gesellschaft erreicht einen weiteren strategischen Meilenstein: Gewinnung eines renommierten und sichtbaren US-Investors

Natürlich ist der Deal geplatzt. Keine Millionen für Mologen, aber heftige Kursschwankungen, die mancher Trader sicherlich zu nutzen wusste. Wer hinter der dubiosen Firma GCF steckt recherchierte ich für diesen Artikel:

Hat Mologen-Finanzvorstand Walter Miller sich mit einer Clique gefährlicher Börsenhallodris eingelassen?

Und weiter geht es mit noch einer Luftnummer, die deutliche Kursbewegungen auslöste:

MOLOGEN AG schließt Finanzierungsvertrag mit dem European High Growth Opportunities Securitization Fund von Alpha Blue Ocean ab. Hier geht’s zur  Meldung. Nach ein paar Dutzend Google-Klicks war schnell klar: Hinter Blue Ocean steht ein Milchbubi aus Monte Carlo und ein junger französischer Poker-Profi. Es flossen geringe Zahlungen an Mologen, dann war Schluss.

Die Strategie ist durchsichtig. Ich vermute, der Mologen-Vorstand sucht weltweit nach Hochstaplern und Schwindlern, die sich auf eine gemeinsame Pressemitteilung und eine kleine Pseudo-Überweisung einlassen, um die fake news glaubhaft erscheinen zu lassen. Kurz darauf treten Aktien-Zocker in Aktion. Ob diese Spekulanten mit dem Mologen-Vorstand bzw. Aufsichtsrat unter einer Decke stecken und/ oder sogar mit Mologen-Aktionären identisch sind, kann ich nicht nachweisen. Vorstellbar ist alles. Für Turbo-Spekulant und Mologen-Großaktionär Thorsten Wagner (Global Derivative Trading GmbH) gehören kurzfristige Spekulationen zum Tagesgeschäft.

Tower Crest, iPharma etc. –  die Liste angeblicher Super-Partner, die kurswirksam angekündigt wurden, lässt sich beliebig fortsetzen. Keiner davon wurde jemals zu einem ernsthaften Geschäftspartner von Mologen.

Einen Kommentar schreiben

Ihre Email wird NIE veröffentlicht oder weitergegeben. Benötigte Felder sind markiert *
*
*



Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, dass der angegebene Name, Ihre E-Mail-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, von uns im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die E-Mail-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder sonst weitergegeben. Mehr hierzu in den Datenschutzhinweisen.