Aktionärsklage gegen Mologen: Warum verschwieg Krautscheid den Aktionären seine Position bei der maroden Fantastic AG? Nach der Sicara-Pleite und einem Blick in den Fantastic-Geschäftsbericht wird einiges klar.

Dieser Artikel erschien im Oktober 2014. In seiner Bewerbung zum MOLOGEN-Vorsitzenden des Aufsichtrats verschwieg Oliver Krautscheid seine Position bei der schwächelnden FANTASTIC COMPANY AG. Warum hat er das getan?

Im Landgericht Berlin liegt die Klage dreier MOLOGEN-Aktionäre gegen sämtliche Organe der Gesellschaft. Es geht den Klägern um die Entfernung Krautscheids aus dem MOLOGEN-Aufsichtsrat.

Der Kalveram-Clan vs. Ruinator Krautscheid.

“Raus mit dem Ruinator” ist auch der Tenor anderer Aktionäre, die erwägen, ob sie der Klage beitreten.

Einer der Anknüpfungspunkte, welche die Kläger Peter, Martin und Katrin Kalveram ihren Anwalt Malte Diesselhorst (kennen wir ja als DSW-Sprecher von der MOLOGEN-HV) anführen lassen, ist der Umstand, dass Krautscheid in seiner Bewerbung für den MOLOGEN-AR seine Position als Präsident des Verwaltungsrats der skandalbehafteten FANTASTIC COMPANY AG verschwiegen hat.

Aus dem Geschäftsbericht 2012 der FANTASTIC AG.

Jetzt platzt zudem noch die Pleite der von Krautscheid geführten SICARA SAS in den Streit – eine der drei Tochterfirmen der FANTASTIC AG.

Wer jetzt schon vor Staunen die Augenbrauen hochzieht, bekommt nach den folgenden Zeilen ein anatomisches Problem.

Ist der Geldautomat Wagner leer?

Angesichts des FANTASTIC-Geschäftsberichts 2013 wird nämlich einiges klar. Da steht auf Seite 19 eine wichtige Information zur Innenfinanzierung:

“Die mit Abstand größte Position innerhalb der langfristigen Schulden sind die Finanzverbindlichkeiten gegenüber Nahestehenden mit EUR 2.450.000.”

Wie der Aktienversenker weiß, handelt es sich um einen Kredit von Thorsten Wagner, der mit seiner GLOBAL DERIVATIVE TRADING GMBH Großaktionär bei FANTASTIC ist. Ach ja, und wer den Aktienversenker stets aufmerksam liest, dem wird nicht entgangen sein, dass Wagner ja auch einen Millionenkredit an seine kaputte (von Krautscheid gelenkte) DESIGN BAU AG / CD DEUTSCHE EIGENHEIM AG vergeben hat. Details dazu stehen hier.

Hat Wagner seine FANTASTIG AG aufgegeben, um DESIGN BAU zu retten?

Zurück zur FANTASTIC AG. Da gibt es eine kleine Merkwürdigkeit, nämlich diese Pflichtmeldung, die Ende August 2014 – also vor kurzem – die Runde machte. Wagner korrigierte darin eine Uralt-Stimmrechtsmeldung aus 2012. Dabei muss es sich um diese Meldung gehandelt haben, der zufolge Wagner damals knapp 85% der Aktienmehrheit bei der FANTASTIC AG besaß. Auf Seite 9 des 2013er-Berichts stehen sogar 89,08%.

Im August 2014 – über zwei Jahre später – ist das plötzlich nicht mehr der Fall. Warum?

Hier drängen sich gleich mehrere Fragen auf:

  • Hat Wagner Gesellschafterdarlehen abgezogen, die als Wandeldarlehen einen Eigenkapitalersatz darstellten?
  • Musste er deshalb die Meldung über veränderte Stimmrechtsanteile absetzten, weil er Geld aus FANTASTIC gezogen hat?
  • Waren plötzlich keine Mittel mehr für das Überleben von SICARA da, weil Wagner sein Geld dringend woanders benötigt – zum Beispiel für seine DESIGN BAU AG / CD DEUTSCHE EIGENHEIM AG, die dem Anschein nach kurz vor dem Abnippeln ist?

Eine FANTASTIC-Unternehmensmeldung, die im letzten Absatz negatives Eigenkapital ankündigt – in Verbindung mit einem Großaktionär, der vielleicht die Schnauze voll hat, immer mehr Geld in ein Unternehmen mit überfordertem Management zu stopfen, hört sich schon nach der nächsten Insolvenz an.

Schwache Investoren = schwache Aufsichtsräte.

Trifft das alles zu, ist Wagners Position bei MOLOGEN schwächer, als sein Gesandter Krautscheid uns mit großspurigem Auftreten glauben macht.

Wenn dann auch noch stimmt, dass der zweite MOLOGEN-Großaktionär Ferdinand Graf von Thun-Hohenstein mit seiner Beteiligugsfirma SALVATOR (“Retter”) schwächelt, wie in diesem Interview mit dem Anlegerportal 4investors angedeutet wird, dann sitzt mit dessen Vertrauter Susanne Klimek noch ein weiterer Luftikus im MOLOGEN-Aufsichtsrat.

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