Rekordverlust bei der Berliner CD DEUTSCHE EIGENHEIM AG! Was haben die Aufsichtsräte Sönke Schwartz, Winfried Schwatlo und Oliver Krautscheid unternommen, um das Desaster zu verhindern? Offenbar nicht genug. Aber sie haben hohe Vergütungen kassiert.

Der kleine Berliner Immobilienkonzern CD DEUTSCHE EIGENHEIM AG meldet einen Rekordverlust: fast 15 Mio. Euro. Trotzdem kassieren die seit mehreren Jahren verantwortlichen Aufsichtsräte hohe Honorare.

Wir haben über die haarsträubenden Details aus dem neuen Konzernjahresbericht 2014 vor kurzem hier berichtet.

Der Aktienversenker schreibt und warnt seit 2012.

Sämtliche Artikel, die wir seit März 2012 über die Misswirtschaft in diesem (noch) börsennotierten Unternehmen veröffentlicht haben, stehen hier. Dass ein Desaster droht, war selbst für Außenstehende schön länger erkennbar. Demnächst wird die AG durch Delisting von der Börse genommen.

Angesichts des offensichtlichen Managementversagens im Unternehmen, stellt sich nun die Frage, was der Aufsichtsrat unter der Führung des Ex-KPMGlers Oliver Krautscheid getan hat, um die Katastrophe abzuwenden.

Hat keiner der Experten im Aufsichtsrat was gemerkt?

Denn neben Krautscheid (seit September 2011 Vorsitzender des AR), der sich von einem Vertrauten als “Finanzexperte” rühmen lässt, sitzen zwei angebliche Immobilien-Fachleute im Aufsichtsrat:

  1. Sönke Schwartz, Wirtschaftsprüfer bei der Düsseldorfer I-ADVICE AG und laut Firmenwebsite “Aufsichtsratsmitglied mehrerer Immobiliengesellschaften”. Schwartz ist seit September 2011 Mitglied des Aufsichtsrats.
  2. Winfried Schwatlo, Immobilienfachmann mit “Kompetenz und Know How”, wie es auf seiner eigenen vor Selbstlob strotzenden Website heißt. Schwatlo ist seit März 2013 Mitglied des Aufsichtsrats.

Wie erfolglos man agiert, zeigt das Beispiel eines riesengroßen, brachliegenden Grundstücks neben dem Falkenberger Gehrensee im Bezirk Lichtenberg am äußersten Stadtrand von Berlin.

Teures Planungsdesaster in Berlin-Lichtenberg.

Hier sollten ab Sommer 2014 innerhalb von 5 Jahren tausend Häuser entstehen, meldete die Berliner Morgenpost und vertraute dabei offenbar zu sehr auf die PR-Blasen der CD DEUTSCHE EIGENHEIM AG. Denn auf dem Areal geschah bisher nicht viel.

Die Planungen des weltberühmten Architektenbüros Graftlab (man arbeitete auch schon mit Architektur-Fan Brad Pitt zusammen), die der gefeuerte Ex-Vorstand Günter Minge angeschoben hat, dürften sich erledigt haben. Jetzt heißt es auf Seite 23 im Konzernjahresabschluss 2014 lapidar:

“Die Umsetzung des Projektes in der Falkenberger Aue im Berliner Nord-Osten wird derzeit vorbereitet. Das vom vorherigen Management entwickelte stadtplanerische Konzept, für das eine Änderung des Bebauungsplanes erforderlich wäre, ist wirtschaftlich nicht umsetzbar.”

Der Aufsichtsrat kassiert trotzdem hohe Honorare.

Unsummen dürften in die bisherige Planung geflossen sein. Aber das drohende Aus des ursprünglichen Projekts, weil der vorhandene Bauplan nicht passt (!) und die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben ist, hat keinen der Immobilienexperten im Aufsichtsrat dazu bewogen, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen. Obwohl der Aktienversenker bereits im September 2012 (!!!) über die Probleme mit dem Bebauungsplan berichtet hat.

2014 kassierten die drei”erfolgreichen” Aufsichtsräte Winfried Schwatlo, Sönke Schwartz und Oliver Krautscheid fast doppelt so viel wie 2013, nämlich 121.575 Euro.

1 Kommentar(e)

  1. Kieler Jung schrieb:

    Wer hatte denn hier noch ernsthaft etwas anderes erwartet. Oliver Krautscheid verkaufte mit SICARA kaum Sonnenbrillen im Sommer, mit den Regenschirmen für Schlechtwettertage wurde es dann auch nichts! warum sollte er es schaffen/geschafft haben, nachhaltig Häuser zu verkaufen, wenn alle Welt Immobilien haben will?
    wer im Netz zu seinem Stellvertreter Sönke Schwartz findet ihn als “Macher” bei der Vivacon….die sind insolvent
    Den neuen Vorstand kann man nur bedauern. Bei einem so gut beleumundeten Aufsichtsrat dürfte er bei Banken und anderen Partnern alles andere als einen leichten Stand haben.

    03.08.15 um 15:27 | Permalink

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