Oliver Krautscheid verkündet Säuberung im MOLOGEN-Vorstand und schockiert mit einem überraschenden Geständnis: keine Arzneimittelzulassung vor 2019.

Kurz vor der Hauptversammlung 2015 überrascht der umstrittene MOLOGEN-Aufsichtsratsschef Oliver Krautscheid mit zwei spektakulären Nachrichten.

Die beiden Langzeit-Vorstände Matthias Schroff (Vorsitzender) und Jörg Petraß (Finanzen) verlassen nach Jahren erfolglosen Dahinwurstelns das Unternehmen, eine Spezialistin für Arzneimittelzulassungen übernimmt: Mariola Söhngen, Mitgründerin der Wald-und-Wiesen-Pharmafirma Paion, die mit erfolgreich vertickten Lizenzen Geld verdient.

Automatisch von sich selbst abgelenkt.

Damit lenkt Krautscheid automatisch die Aufmerksamkeit von sich selbst (und von dem aufwendigen Gerichtsverfahren um seine fragwürdige Wahl in den MOLOGEN-Aufsichtsrat) ab und verbreitet Aufbruchstimmung. Das ist nicht dumm.

Aber noch eine weitere Nachricht dürfte so manchen überraschen. Im Schriftsatz einer Klage Krautscheids gegen die Berichterstattung dieser Website schreibt Krautscheids Rechtsanwalt und enger Berater Alexander Setzer-Rubruck grammatikalisch etwas unbeholfen über seinen Mandanten und MOLOGEN:

“…Einen Zusammenhang mit der Tätigkeit des Klägers (Anm.: Krautscheid) im Aufsichtsrat der Mologen AG und dem Börsenkurs der Aktie herbeizureden ist mit den Fakten nicht vereinbar. Die Aktien der Mologen AG hatte ihre großen Verluste im Jahr vor der Tätigkeit des Klägers im Aufsichtsrat. So lag die Aktie im Jahr zuvor bei € 14,70 und bei Aufnahme der Aufsichtsratstätigkeit des Klägers € 7,310. Bei der Mologen AG liegt zudem eine besondere Situation vor, weil das Unternehmen noch überhaupt kein operatives Geschäft hat. Das Unternehmen hat keinen Umsatz. Der Marktwert hängt ausschließlich davon ab, wie der Markt die Arzneimittelzulassung bewertet, welche frühestens im Jahr 2019 erwartet werden kann.”

Ganz abgesehen von der kuriosen Behauptung, dass Krautscheid nichts mit dem Absturz der MOLOGEN-Aktie zu tun hat, ist vor allem DAS hier interessant: Arzneimittelzulassung frühestens 2019! Also eigentlich eher danach. Oder?

Also nicht 2018…?

Das steht doch im harten Kontrast zur Prognose 2018, wie sie auf Seite 4 in einer Präsentation zum ersten Quartalsberichts 2015 am 12. Mai 2015 vorgelegt und auf der MOLOGEN-Website veröffentlicht wurde.

Oder in dieser Präsentation auf Seite 21, die am 27. April 2015 in Abu Dhabi interessierten Investoren gezeigt wurde.

Oder in dieser Präsentation auf Seite 19 vor den Besuchern des Goldman Sachs European Biotech Symposiums in London am 5. September 2014.

Oder in einer von MOLOGEN beuaftragten Analyse der Firma Edison Investment Research, in der folgendes steht: „IMPALA is scheduled to produce headline data by end-2017, implying possible launch in 2018.“ Der entsprechende Bericht kann hier abgerufen werden.

Wer ist ehrlicher – Krautscheid oder das Management?

Was ist jetzt Sache – die Versprechungen in den offiziellen MOLOGEN-Dokumenten, die Analysten und Investoren gezeigt wurden oder Krautscheids Schriftsatz, mit dem er vor Gericht den Aktienversenker stoppen will?

Und noch eine Frage: was sind nun all die Unternehmensbewertungen wert, die auf den Prognosen des MOLOGEN-Managements aufbauen…?

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1 Kommentar(e)

  1. Poki schrieb:

    Für den Erfolg von Mologen sind nur die Forschungsergebnisse relevant und die sind super! Der kurzfristige Blick auf das Management ist von untergeordneter Bedeutung und dient nur den kurzfristig denkenden Gerüchteköchen! Die tiefen Kurse zum Nachkaufen nutzen – Strong&Long!!!

    24.07.15 um 12:10 | Permalink

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