MOLOGEN-Kapitalerhöhung: Aktienversenker deckt schweren Fehler in Börsenprospekt auf. Will man die Vergangenheit des Aufsichtsratsvorsitzenden vertuschen?

Im Börsenprospekt zur MOLOGEN-Kapitalerhöhung steht ganz unschuldig, dass kein Mitglied von Management und Aufsichtsrat innerhalb der letzten 5 Jahre in eine Firmenpleite verwickelt war.

Hier der Originalwortlaut auf Seite 170 des Prospekts: “During the last five years, no member of the Management Board or the Supervisory Board has acted in any capacity at any entity, which was subject to any bankruptcies, receiverships or liquidations.”

Die beiden Insolvenzen sind bei MOLOGEN bekannt.

Das ist definitiv falsch. Der Aktienversenker hat mehrmals auf die Insolvenzen zweier Firmen hingewiesen, in denen Oliver Krautscheid das Sagen hatte:

  1. Im Herbst 2014 geht der französischen Badeschlappen- und Sonnenbrillenvertrieb SICARA (Président: Oliver Krautscheid) pleite. Die Firma ist eine Tochtergesellschaft der verlustreichen FANTASTIC COMPAY AG (Ex-Corporate Equity Partners AG), in der Krautscheid seit Sommer 2009 als Präsident des Verwaltungsrat eher schlecht als recht die Geschäfte führt und 2012 den Ankauf des von ihm selbst überprüften Unternehmens gemeldet hat.
  2. 2009 geht die Ley International Fashion Company AG pleite, in der Oliver Krautscheid im Jahr davor Gründungsmitglied des Aufsichtsrats war und später zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats aufgestiegen ist. Oliver Krautscheid bezeichnete den berühmten ESCADA-Gründer Wolfgang Ley einmal als Freund.

Auch auf MOLOGEN-HV ein Thema.

Auf der MOLOGEN-Hauptversammlung im August 2014 kommentierte Krautscheid selbst die Ley-Insolvenz und betonte öffentlich, dass er ja nur ganz kurz vor dem Ende der Firma Vorsitzender des Aufsichtsrats geworden sei. Das stimmt auch. Aber dazu muss man wissen: ein Zeitungsartikel und ein von Krautscheid unterzeichnetes Protokoll bestätigen , dass er von Beginn an in die Geschicke des Unternehmens eingebunden war.

In seiner Bewerbung zur Wahl des MOLOGEN-Aufsichtsrats verschwieg Krautscheid seine Position bei der FANTASTIC COMPANY AG, was beim aktuell laufenden Prozess zwischen der MOLOGEN-Aktionärsfamilie Kalveram gegen die Gesellschaft (Aktenzeichen beim Berliner Landgericht: 93 O 70/14) ein wichtiges Thema ist.

Irrtum oder Absicht?

Alles nur ein peinlicher Irrtum? Aber wie kann es passieren, dass sowohl Krautscheid, als auch den Verantwortlichen bei MOLOGEN (allen voran: Finanzvorstand Jörg Petraß) diese wichtigen Details entgehen?

Oder hat man da ganz bewusst etwas weggelassen…?

Einen Kommentar schreiben

Ihre Email wird NIE veröffentlicht oder weitergegeben. Benötigte Felder sind markiert *
*
*



Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, dass der angegebene Name, Ihre E-Mail-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, von uns im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die E-Mail-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder sonst weitergegeben. Mehr hierzu in den Datenschutzhinweisen.