+++ MOLOGEN-Chef Schroff: “Wir arbeiten eng mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum zusammen.” +++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ Deutsches Krebsforschungszentrum: “Das können wir nicht bestätigen!” +++ +++ +++ +++ +++ Was jetzt, wird bei MOLOGEN gelogen, um den Börsenkurs stabil zu halten?

Kann man den MOLOGEN-Leuten noch irgendwas glauben? Der Aktienversenker hat den Vorstandsvorsitzenden und Arzt Dr. Matthias Schroff offenbar beim maßlosen Aufschneiden erwischt.

PR-Blabla mit geringem Wahrheitsgehalt?

In regelmäßigen Abständen schleudert die MOLOGEN-Kommunikationsabteilung Jubelmeldungen raus, die irgendwie immer von bemerkenswerten Fortschritten berichten.

Abgesehen davon, dass die Inhalte dieser Meldungen wegen ihres Fachkauderwelschs kaum nachvollziehbar sind, ist womöglich erheblicher Zweifel am Wahrheitsgehalt dieser Mitteilungen angebracht.

Deutsches Krebsforschungszentrum? Klingt immer gut!

Das findet der Aktienversenker, nachdem er nur eine einzige Aussage des MOLOGEN-Vorstandsvorsitzenden überprüft hat, die dieser auf seiner eigenen Hauptversammlung am 13.8.2014 am Rednerpult vor den Aktionären getätigt hat: “Wir arbeiten eng mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum zusammen.”

Was für  eine Ansage! Das DKFZ ist schließlich nicht irgendwer.

Huch, haben wir da jemanden beim Lügen erwischt?

Nun denn, dann fragen wir mal beim Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) nach, dachte sich der Aktienversenker. E-Mail geschickt und nach einigen Tagen nochmal telefonisch nachgehakt.

Gibt es eine enge Zusammenarbeit zwischen dem DKFZ und der MOLOGEN AG? Antwort der zuständigen DKFZ-Sprecherin: “Das können wir nicht bestätigen.”

Ach wirklich, Schroff? Der wirkt doch wie ein anständiger Kerl.

Erstaunlich, kann es wirklich sein, dass Schroff dermaßen hart und dabei so ungeschickt lügt? Solche Aussagen sind doch kinderleicht zu überprüfen. Eigentlich wirkt der promovierte Biochemiker ganz anders, sehr symphatisch. Man traut ihm knallharte Lügen gar nicht zu.

Rückblick auf die MOLOGEN-HV. Der Aktienversenker war nach Schroffs vollmundiger Aussage neugierig geworden und ging in einer Versammlungspause zum MOLOGEN-Chef rüber, um etwas mehr zu erfahren. Was genau läuft da mit dem DKFZ?

Who is Richard Harbottle?

Schroff wirkte plötzlich stark verunsichert und ließ dann doch eine Info raus: “Fragen Sie mal bei Prof. Harbottel nach.” Aha, mal bei Facebook nachgesehen, wer das ist:

Fröhlicher Zecher: Richard Harbottle

Jeder hat das Recht, sich in der Freizeit bei einem Glas Bier zu entspannen. Auch Krebsforscher.

Harbottle leitet im DKFZ “eine ganz kleine Abteilung” (Zitat DKFZ-Sprecherin). Und an was wird dort gearbeitet? Dr. Richard Harbottle hat nicht nur auf Facebook ein Profil sondern auch auf der DKFZ-Website, wo über seine Forschungstätigkeit Auskunft erteilt wird. Ja, und da geht es auch um Gentherapien. Wie bei MOLOGEN.

Auf der Suche nach Wahrheit.

Der Aktienversenker konnte sich einfach nicht vorstellen, dass Schroff so eiskalt lügt, meldete sich noch mal beim DKFZ und nervte die hilfsbereite Pressefrau, bitte noch ein weiteres Mal und etwas tiefer nachzubohren. Was genau läuft zwischen dem DKFZ und der MOLOGEN AG? Wenig später kam folgende Antwort:

“Ich konnte inzwischen zwar nicht Herrn Harbottle erreichen, dafür aber die Leiterin unserer Abteilung für Technologietransfer, die so nett war, sogleich ihre Akten zu studieren: Es gibt ein vor kurzem unterzeichnetes Geheimhaltungsabkommen zwischen Herrn Harbottle und Mologen,  das ist wahrscheinlich der Grund, warum man bei der Firma zögerlich war mit der Auskunft – eigentlich sollte man schon die Tatsache an sich nicht kommunizieren. Ein solches Abkommen bedeutet lediglich, dass die beiden Partner Gespräche miteinander aufnehmen. Es gab vor rund zehn Jahren bereits ein Geheimhaltungsabkommen zwischen einem anderen DKFZ-Forscher und der Firma – das ganze endete völlig abortiv – was absolut nicht unüblich ist. Mehr können wir zu diesem Sachverhalt leider nicht beitragen!”

Aha, also definitiv keine enge Zusammenarbeit sondern geheime Vorgespräche. Wenigstens hat man im DKFZ schon mal was von MOLOGEN gehört. Und Schroff ist kein harter Lügner sondern – was eigentlich? Eher ein Firmenchef, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt? Na gottseidank.

Aber was sagt denn nun die MOLOGEN AG dazu, dass man ihren Chef beim maßlosen Aufschneiden erwischt hat?

T’schuldigung, ist Ihr Chef ein Schwindler?

Das schreibt die PR-Beauftragte von MOLOGEN Claudia Nickolaus dem Aktienversenker nach 16 Tagen Wartezeit (und sicherlich hektischem Hin und Her zwischen Vorstand und Aufsichtsrat):

“Zum Schutz unserer Forschungsergebnisse, unseres Know-hows und unserer Eigentumsrechte schließen wir grundsätzlich Geheimhaltungsvereinbarungen ab. Dies ist in der forschenden Industrie allgemein üblich und insbesondere dann unverzichtbar, wenn – wie bei der MOLOGEN – Erkenntnisgewinn und der Stand der Entwicklung den wesentlichen Wert des Unternehmens darstellen. Dies gilt im Übrigen nicht nur bei Kooperationen mit Mitbewerbern, sondern auch mit anderen forschenden Einrichtungen. Darüber hinaus ist es bereits im Vorfeld einer konkreten Kooperation erforderlich, mit den möglichen Kooperationspartnern Forschungsthemen, den Stand der Forschung und jüngste Forschungsergebnisse zu diskutieren, um Schnittstellen und gemeinsame oder ergänzende Ansätze zu finden. Es ist also durchaus sinnvoll und in unserem Geschäft völlig normal, dass der Informationsaustausch regelmäßig bereits vor konkreten Kooperationen stattfindet. So auch in unserem Fall: Wir führen seit einigen Monaten mit dem DKFZ Gespräche, deren Inhalte der Geheimhaltung unterliegen.”

Vorgespräche = enge Zusammenarbeit? Eher nicht.

Soso, jetzt plötzlich nur mehr Gespräche. Und was ist aus der “engen Zusammenarbeit” geworden? Darauf geht die PR-Frau nicht ein. Ist ja auch peinlich.

Aber warum macht Schroff das? Glaubt er seinen nervösen Aktionären, die ihr Geld verschwinden sehen, mehr gute Nachrichten schuldig zu sein? Oder wollte er einfach nur dem neuen Aufsichtsratschef Oliver Krautscheid gefallen?

Der Aktienversenker wird sich in den kommenden langen Winternächten Blatt für Blatt die Jubelmeldungen der MOLOGEN AG ansehen und prüfen (lassen), was darin überhaupt stimmen kann. Und darüber berichten. Wird aber etwas dauern.

1 Kommentar(e)

  1. Jörg Schürmann schrieb:

    Vielen Dank für die aufschlussreichen Informationen!
    Auch ich war mal Aktionär bei Mologen –
    bin aber seit 2 Jahren raus.
    Machen Sie so weiter!
    Gruß

    Jörg Schürmann

    26.02.18 um 23:27 | Permalink

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