Wer hatte die verrückte Idee, dem überforderten Anwalt Stefan ten Doornkaat die Leitung der Mologen-Hauptversammlung anzuvertrauen? Und wie konnte so einer jemals Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger werden?

Ein Versammlungsleiter, der sich von frechen Aktionären aus der Fassung bringen lässt und eine chaotische, im ersten Gang ungültige Aufsichtsrats-Wahl verantwortet, die als Farce in die Unternehmensgeschichte eingehen wird.

Das bot der Düsseldorfer Anwalt, SDK-Sprecher und stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats der Mologen AG Stefan ten Doornkaat. Wer hatte die verrückte Idee, diesem überforderten Mann, der sich in seiner Rolle sichtlich unwohl fühlte, diese Verantwortung zu übertragen?

Unwürdige Szenen.

Zahlreiche Kommentare im Aktionärsforum von Wallstreet Online dokumentieren das Desaster. Doornkaat ließ sich sogar von einem frechen Aktionär in ein Wortgefecht verwickeln und und konnte dann nicht mal eine erhellende Antwort geben, warum er plötzlich Versammlungsleiter anstatt des amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden war.

Szenen, die es auf einer professionell geführten Hauptversammlung eigentlich nicht geben darf.

Aber warum leitete nicht der Noch-Aufsichtsratsvorsitzende Gregor Kunz die Versammlung? Trotz vielfacher Nachfrage lieferte Doornkaat keine vernünftige Begründung.

Wozu war der wirre Freshfields-Professor da?

Endgültig zur Farce verkam die Veranstaltung, als die Wahl zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden anstand. Sowohl Doornkaat als auch der neben ihm sitzende Anwalt und Freshfields-Partner Christoph Seibt wussten nicht recht, welches Wahlverfahren anzuwenden wäre, da sie mit der Aufstellung des Kandidaten Wolfgang Fauter wohl nicht gerechnet hatten.

Professor Seibt lässt übrigens auf der Website seiner Kanzlei folgende salbungsvolle Worte über sich verbreiten: “Christoph H. Seibt gehört nach vielfacher Ansicht zu den angesehensten Wirtschaftsanwälten Deutschlands.” Das mag wohl etwas übertrieben sein. Völlig rätselhaft scheint auch, warum der Mann bei sommerlicher Hitze im dreiteiligen Wollanzug dasaß. Hat er jemanden, der ihm riet, sich für die HV “warm anzuziehen”, zu wörtlich genommen?

Der Blinde und der Lahme.

Professor hin oder her – Seibts Beratung für Doornkaat ging in punkto Wahlverfahren vor den Augen der empörten Aktionäre voll in die Hose und man fragte sich spätestens dann, mit welcher Berechtigung und zu welchem Stundensatz dieser Herr in erhöhter Position zwischen Vorständen und Aufsichtsräten der Gesellschaft saß, obwohl er keinerlei Organfunktion ausübte.

Vielleicht dachte man, dem armen Doornkaat müsse ein Profi zur Seite gestellt werden. Es endete aber eher nach dem Motto “Blinder hilft einem Lahmen über die Straße” oder sah nach Pat und Patachon aus.

Kurz – beim ersten Versuch, einen neuen Aufsichtsrat zu wählen, wurden über 100 Prozent der anwesenden Stimmen abgegeben. Dass da etwas faul sein musste, leuchtete Seibt und Doornkaat offenbar ein, worauf sie unter dem Gejohle der Aktionäre einen zweiten Wahlgang initiieren mussten – diesmal mit verändertem Verfahren. Kandidat Oliver Krautscheid gewann mit 50,67 Prozent der Stimmen.

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