Firmenraub der EPG AG: Welche Rolle spielt die brave, unscheinbare Baader Bank bei der geplanten Übernahme des High-Tech-Unternehmens durch den aggressiven Frankfurter Spekulanten Thorsten Wagner?

Am nächsten Freitag (13. Juni 2014) findet die Hauptversammlung der EPG AG statt – ein kleines, verlustreiches aber patentstarkes Hightech-Unternehmen, das in Oberflächentechnologien (etwa durch Nano-Veredelung) macht.

Schon länger drängt der Frankfurter Spekulant Thorsten Wagner gemeinsam mit seinem Vertrauten Oliver Krautscheid im Aufsichtsrat der EPG an die Macht im Unternehmen. Wenn es nun gelingt, die Firma wie geplant  von der Börse zu nehmen, haben die beiden ihr Ziel erreicht und können unter dem Radarschirm der einschlägigen Veröffentlichungspflichten für börsengelistete Unternehmen weitgehend unbemerkt agieren.

Mit Wandelanleihen an die Macht.

Im Zuge der nun anstehenden Hauptversammlung (HV) soll es auch eine Reihe von Kapitalmaßnahmen geben. Interessant ist dabei vor allem TOP 2d der HV-Einladung – die Umwandlung bestehender 8%-Anleihen in stimmberechtigte Aktien. Vorausgesetzt Thorsten Wagner ist Besitzer einer entsprechenden Anzahl dieser Anleihen, könnte er damit im Handumdrehen über eine Hauptversammlungs-Mehrheit verfügen. Fachleute sprechen bei so einem Manöver von einem Debt Equity Swap.

Falls Wagner auf diese Weise bei der EPG umfangreich einsteigt, könnte er das – wie üblich – über sein Beteiligungsunternehmen Global Derivative Trading GmbH tun. Ein Blick in den (bewusst?) stark verspätet veröffentlichten Jahresabschluss 2012 dieser Gesellschaft im Bundesanzeiger wirft aber Fragen auf, woher das Geld für die EPG-Aktien kommen soll. Aber da steht auch noch was anderes, das nicht ganz uninteressant ist:

Seit Dezember 2012 wird für die Jahre 2007-2011 eine steuerliche Betriebsprüfung durchgeführt, wodurch die Steuererstattungen der Vorjahre derzeit strittig sind.

Kommen wir zur Baader Bank.

Aber jetzt zur Frage in der Überschrift – welche Rolle könnten Wagners Freunde von der unscheinbaren Baader Bank AG beim Raubzug gegen die EPG AG spielen? Die Baader-Banker haben nämlich auch andernorts ihre Finger drin, wo sich Wagner betätigt. Zum Beispiel bei der Zuger Briefkasten-Holding „The Fantastic Company AG“, die unter der erfolglosen Führung von Oliver Krautscheid seit Jahren Millionen verbrennt – Geld, das teilweise in den privaten Taschen des Managements landet.

Als klassische Wertpapierhandelsbank wäre die Baader Bank der ideale Dreieckspartner in einem Hütchenspiel um die EPG-Aktien.

Die EPG-Wandelanleihen notieren nämlich unter dem Nennwert und sollen wohl in werthaltige, stimmberechtigte Unternehmensanteile getauscht werden. Die interessanten EPG-Patente könnten dann über einen Dritten (Baader Bank?) als Investmentdeals heimlich weiterverkauft werden und in zwei bis drei Jahren ein Vielfaches wert sein. Der wertlose Rest des klammen Unternehmens kann in der Folge über eine Bank (Baader Bank?) als Aktien an ahnungslose Anleger verscherbelt werden.

Gängiges Handlungsmuster.

Die Strategie, trickreich hinter dem Rücken der anderen Aktionäre die eigene Macht auszubauen, ist übrigens ein gängiges Muster, das Thorsten Wagner und sein Kumpel Oliver Krautscheid auch bei anderen Unternehmen durchziehen – wie etwa bei der Design Bau AG, der Mologen AG, der InTiCa Systems AG und der Easy Software AG, wo die Baader Bank ebenfalls mitmischt. Wie Wagner dabei vorzugehen pflegt, haben wir schon vor einiger Zeit in diesem Artikel beschrieben.

Zurück zur EPG AG. Dort halten Management und Gründer noch 17% der Aktien, der Rest befindet sich teilweise im Besitz von Vermögensverwaltern, Family Offices und Strukturfonds, denen jetzt die kalte Enteignung durch Delisting und massive Verwässerung des Aktienkapitals droht.

Enteignung der restlichen Aktionäre.

Da Fonds in der Regel aufgrund ihrer Statuten nur in gelistete Instrumente investieren dürfen, bleibt ihnen wohl gar nichts anderes übrig, als die Aktien aus den Depots zu werfen. Logische Konsequenz wäre ein Kursverfall. Und jede Menge billiger Aktien für jeden, der sich eindecken und seine Macht im Unternehmen ausbauen will.

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