Heliocentris Energy Solutions AG: Wie geht´s dort zu, seit Oliver Krautscheid im Aufsichtsrat sitzt? Mehr Verlust als Umsatz und technische Probleme. Aber die Firma jubelt und macht fettes Marketing. Das kennt man schon von der Design Bau AG/ CD Deutsche Eigenheim AG.

Wie geht es eigentlich den anderen Firmen, in denen Oliver Krautscheid im Aufsichtsrat sitzt? Seit Januar 2011 beglückt Krautscheid die Heliocentris Energy Solutions AG als Mitglied des Aufsichtsrats. Das Unternehmen macht enorme Verluste, die sogar den Umsatz übersteigen.

Trotzdem produziert die Firma blumige PR-Botschaften und inszeniert sich durch aufwendiges Marketing, wie zum Beispiel in diesem Videofilmchen. Das kennt man bereits von der CD Deutsche Eigenheim AG, wo Krautscheid Aufsichtsratsvorsitzender ist.

Teil der Inszenierung dürften auch gefällige Darstellungen in weniger ernsthaften Börsenmedien sein, wie etwa Der Aktionär (klicken!), wo Heliocentris-Finanzchef Gosztonyi auffällig-unauffällig nur zu angenehmen Themen befragt wird.

Ein kritischer Blick auf die Geschäftszahlen wirkt jedoch ernüchternd. In einem süffisanten Artikel porträtierte die renommierte Börsenzeitung vor kurzem die Heliocentris Energy Solutions AG und schreibt:

Die auf Energiemanagement spezialisierte Heliocentris, die im Entry Standard gut 60 Mill. Euro auf die Waage bringt, ist im vergangenen Jahr tief in die Verlustzone gerutscht und musste mehrfach Kapital einsammeln. Die Zukunftsaussichten malen die Berliner, die seit 2006 notiert sind, indes in hellen Farben.

Den ganzen Artikel kann man hier auf Wallstreet Online nachlesen. Da stehen Fakten, die ganz anders klingen als die blumige Heliocentris-PR der jüngst veröffentlichten Jubelmeldung:

Umsatz auf 7,7 Mio. EUR mehr als verdoppelt. Umsatz im Industriesegment auf knapp EUR 5 Mio. vervielfacht. Vollintegrierte und skalierungsfähige Unternehmensstruktur für die nächste Wachstumsphase etabliert.

Das nennt man trickreiche Kommunikation nach dem Prinzip der selektiven Wahrnehmung. Bei der Börsenzeitung fällt man auf das PR-Blabla indes nicht rein und widmet sich dem zentralen Produkt des Unternehmens – dem sogenannten „Energy Manager“, der in strukturschwachen Regionen (Afrika, Orient) die umweltschonende Energieversorgung von Mobilfunk-Basisstationen sichern soll. Die Börsenzeitung im Wortlaut:

Der kommerzielle Erfolg mit dem schwarzen Apparat hält sich indes in Grenzen. Laut Geschäftsbericht hat sich im vergangenen Jahr der Umsatz von Heliocentris zwar von 3,3 Mill. auf 7,7 Mill. Euro gut verdoppelt. Der Verlust stieg aber im Konzern von 6,4 Mill. auf 8,0 Mill. Euro und war damit höher als die Erlöse. Gosztonyi begründete das mit hohen Vorleistungen. Um im Telekommunikationsmarkt zu bestehen, brauche man eine erfahrene Mannschaft, die man erst habe aufbauen müssen. Mit der bestehenden Truppe könne man Erlöse von 40 Mill. bis 50 Mill. Euro schaffen statt der zuletzt erreichten 7,7 Mill. Euro. Man kann es auch so sehen: Für das aktuelle Erlösniveau ist Heliocentris völlig überdimensioniert.

Und weiter:

Im letzten Geschäftsbericht ist wolkig und in etwas holprigem Deutsch die Rede von einer „Lernkurve, die Heliocentris bei den ersten Projektphasen dieses für das Unternehmen neuen Geschäfts gehen musste“. Zudem wird im Geschäftsbericht auf die „Notwendigkeit von Ersatz- und Austauschgeräten“ hingewiesen. Der Frage, was schieflief, weicht Gosztonyi aus.

Das klingt nicht gut. Halbwegs zufriedenstellen ist allerdings die Entwicklung des Aktienkurses, wie man hier unten sieht. Das ist wohl der trickreichen PR des Unternehmens zu verdanken. Fazit: Angesichts der nüchternen Fakten aus der Börsenzeitung ist jedem besonnenen Spekulant von einem Einstieg abzuraten.

Stand 3. Juli 2013, Quelle: Börse Frankfurt.

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