Bilanztricks, Verschleierung hoher Kosten, minimale Einnahmen. Wie nahe an der Insolvenz steht die Design Bau AG bzw. CD Deutsche Eigenheim AG unter Oliver Krautscheid? Bilanzanalyse, Folge 3.

Wie verlogen sind Aufsichtsratsvorsitzender Oliver Krautscheid und die restlichen Organe der Design Bau AG? Auf der letzten Hauptversammlung der Design Bau AG (am 9. August 2012) ließ man die versammelten Aktionäre noch wissen, dass man künftig ausschließlich auf Konzernebene (also unter Einbeziehung aller Tochterfirmen) berichten wolle.

Nicht einmal 2 Monate später (am 1. Oktober 2012) wurde ein Halbjahresbericht vorgelegt, der sich nur auf die Konzernmutter Design Bau AG beschränkt.

Es drängt sich nun der Verdacht auf, man habe die Lage auf Konzernebene bewusst nicht darstellen wollen. Warum?

Die Antwort fällt nicht schwer. Womöglich hätte dies ein noch schlechteres (oder  wahrhaftigeres) Bild der wirtschaftlichen Entwicklung des Konzerns seit Oliver Krautscheids Ernennung zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gezeichnet.

Sehen wir zunächst in den Halbjahresbericht 2012. Schon ein erster Blick macht deutlich, dass sich die Liquiditätslage erwartungsgemäß verschlechtert hat. So werden nur noch liquide Mittel in Höhe von 2.934.898,44 Euro ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2011 waren es noch 4.580.589,39 Euro.

Doch es kommt noch schlimmer. Die Schulden gegenüber verbundenen Unternehmen haben sich von 1.328.148,91 Euro auf 6.546.154,94 Euro erhöht.

Kurzum, die Konzernunternehmen (und hier wohl vor allem die CD Deutsche Eigenheim AG) haben die Liquidität der Mutter mit Kapitalspritzen von über 5 Mio. Euro (!) sicherstellen müssen. Und das, obwohl man sich bei Kreditinstituten weitere 800.000 Euro geliehen hat (die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind innerhalb von 6 Monaten von 9.423.603,09 auf 10.239.512,79 gestiegen).

Interessant in diesem Zusammenhang ist zudem, dass der Umsatz aus dem Neugeschäft nur ein Volumen von ca. 800.000 Euro aufweist (siehe hierzu die Pressemitteilung vom 1. Oktober 2010).

Wie sich bei einem so schwachen Verkaufsvolumen eine gleichzeitige Verzehnfachung der Vertriebsaufwendungen von 52.621,46 Euro auf aktuell 534.664,91 rechtfertigen lässt, bleibt leider unerklärt. Man lebt offenbar von der Substanz. Und das in Saus und Braus. Wie lange mag das noch gut gehen?

Beunruhigend ist auch die unter Punkt „2. Bilanz“ im Halbjahresbericht erwähnten Anzahlungen in Höhe von gut 2.5 Mio. Euro auf Vorratsgrundstücke. Bedeutet dies  nichts anderes, als dass weitere und sicherlich nicht unerhebliche Zahlungsverpflichtungen existieren. Schließlich decken Anzahlungen in der Regel nur einen kleineren Teil des Gesamtkaufpreises.

Gleichzeitig steigen die Kosten. In Ergänzung zum alten Sitz der Firma in Kiel leistet man sich parallel einen neuen Hauptsitz in Berlin. Die Personalkosten steigen um über 10 % auf 553.555,94 Euro und auch die Verwaltungsaufwendungen explodieren um etwa ein Drittel auf 201.999 Euro.

Hand aufs Herz: Alle hier zusammengetragenen Fakten ergeben ein Bild, das zum Himmel stinkt. Und lassen schwerstens vermuten, dass Oliver Krautscheids Trick, Konzerngeschäftsbericht und Halbjahresbericht wie ein Hütchenspieler hin und herzubewegen, nur dazu dient, den Gesamtblick auf die wirtschaftliche Lage der Design Bau AG und ihrer Tochter CD Deutsche Eigenheim AG zu verwirren.

Dieses Täuschungsmanöver und das Hin- und Hertricksen zwischen Konzernmutter und Gesamtkonzern provoziert weitere Fragen:

  • Liegen die laufenden Kosten in beiden Unternehmen vielleicht noch viel höher?
  • Hat man im Vorgriff auf die geplante (und vorerst gescheiterte) Verschmelzung von Design Bau AG und CD Deutscher Eigenheim AG Kosten bei der reichen Tochter verbucht?
  • Sind vielleicht sogar neue Mitarbeiter auf die Payroll der CD Deutsche Eigenheim AG genommen worden? Eine entsprechende Stellenanzeige in der Tageszeitung „Die Welt“ legt die Vermutung nahe.

Angesichts dieser Entwicklungen wird Oliver Krautscheid wohl auch bald bei  der Design Bau AG (durch Beschluss der HV firmiert das Unternehmen nun unter CD Deutsche Eigenheim AG) um eine Kapitalerhöhung nicht mehr herumkommen.

Und Großaktionär Thorsten Wagner wird diese (wie immer) bezahlen, um sich das Desaster einer Insolvenz zu ersparen.

Schluß unserer dreiteiligen Serie über die Bilanztricks von Oliver Krautscheid bei der Design Bau AG. Bisher erschienen:

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