Design Bau AG: Verschmelzung mit Tochtergesellschaft CD Deutsche Eigenheim AG gescheitert. Oliver Krautscheid kommt nicht ans dringend benötigte Barvermögen ran. Hat die Design Bau AG nun ein Liquiditätsproblem? Bilanzanalyse, Folge 1.

Aufgrund einer Abstimmungsniederlage auf der letzten Hauptversammlung der Design Bau AG am 9. August 2012 ist die von Oliver Krautscheid geplante Verschmelzung zwischen der Design Bau AG und ihrer Tochtergesellschaft CD Deutsche Eigenheim AG  bis auf weiteres gescheitert.

Unter Tagesordnungspunkt 5 der Hauptversammlung am 9. August 2012 in Kiel wurde über den Verschmelzungsvertrag zwischen der Design Bau AG und der CD Deutsche Eigenheim AG abgestimmt, wie man hier nachlesen kann.

Mit nur rund 62 % Ja-Stimmen wurde das nötige Quorum für die von Aufsichtsrat und Vorstand vorgeschlagene Verschmelzung, die Oliver Krautscheid dringend angestrebt hatte, klar verfehlt. 75 % wären notwendig gewesen. Damit kommt es auch nicht zur Umbenennung der Design Bau AG in CD Deutsche Eigenheim AG.

Merkwürdig: Dennoch tritt das Unternehmen seit vielen Wochen auf Messepräsentationen und im Internet nur mehr als CD Deutsche Eigenheim AG auf – mit entsprechender Website (klicken). Die alte Website der Design Bau AG ist abgeschaltet und leitet Klicks auf die Seite der Tochterfirma um.

Warum sollte die Tochter CD Deutsche Eigenheim AG mit der Design Bau AG überhaupt verschmolzen werden?

Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass Krautscheid an die durch den Verkauf ihres gesamten Immobilienvermögens prall gefüllte Kasse der CD Deutsche Eigenheim AG heran will. Denn das Geschäft bei der Design Bau AG liegt seit rund einem Jahr offenbar brach. Kein einziger erfolgreicher Geschäftsabschluss ist öffentlich bekannt. Fehlanzeige auch was den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr anbelangt. Gleichzeitig aber steigen die Ausgaben. Könnte es bei der Design Bau AG aufgrund dieser Entwicklungen mit der Bezahlung von Rechnungen an Nachunternehmer und Dienstleister eng werden?

Wir haben einen Immobilienexperten zu Rate gezogen, der die jüngsten Berichte der Design Bau AG unter die Lupe genommen hat. Und sind dabei auf alarmierende Fakten gestoßen.

Da mittlerweile auch der Halbjahresbericht 2012 öffentlich ist, analysieren wir zuerst die Konzernbilanz 2011, um dann zu sehen, ob sich die daraus ableitbaren Entwicklungen so auch in den ersten 6 Monaten 2012 eingestellt haben. Somit erst mal zur Konzernbilanz 2011:

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind auf Jahresfrist von 35.671.925,38 Euro auf 9.423.603,09 Euro erheblich zurückgegangen.

Allerdings betragen die kurzfristigen Verbindlichkeiten (Laufzeit kürzer als 1 Jahr) noch immer 7.978.591,88 Euro und machen damit einen Großteil der Bilanzposition „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten“ in Höhe von 9.423.603,09 Euro aus (siehe Konzernanhang Punkt 3.7 Seite 9).

Setzt man diese in Relation zu den Kassenbeständen und Guthaben bei Kreditinstituten per 31. Dezember 2011 in Höhe von 14.568.302,47 Euro sieht alles noch sehr gut aus.

Wirft man aber einen Blick auf die Zwischenbilanz der Design Bau AG (der Halbjahresbericht 2012 beschränkt sich NUR auf die Design Bau AG und bildet NICHT den Gesamtkonzern inkl. Tochtergesellschaften ab – wie das der Konzerngeschäftsbericht 2011 macht), erscheint die Situation jedoch in einem weniger strahlenden Licht. Schlimmer. Es wird dunkel.

Bei der Muttergesellschaft Design Bau AG beliefen sich die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten zum Geschäftsjahresende 2011 gemäß Zwischenbericht 2012 nämlich auf deutlich niedrigere 4.580.589,39 Euro.

Sie sind damit um nahezu 10 Mio. Euro niedriger als die entsprechende Bilanzposition in der Konzernbilanz 2011, die alle Gesellschaften (CD Deutsche Eigenheim AG usw.) zusammenfasst.

Erkennt man den Trick?

Ganz anders geht Krautscheid mit der Position „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten“ um. Mit 9.423.603,09 Euro (davon mit Restlaufzeit kleiner als 1 Jahr, also bis zum 31. Dezember 2012: 7.978.591,88 Euro) weist diese im Zwischenbericht 2012 denselben Wert auf wie die entsprechende Bilanzposition im Konzerngeschäftsbericht 2011.

Somit müssen in 2012 von Seiten der (wohl ziemlich klammen) Muttergesellschaft Design Bau AG kurzfristige Darlehen in dieser Höhe entweder getilgt oder prolongiert (durch Kreditverlängerungen) werden.

Wie will Krautscheid das hinbekommen, ohne in die Kasse der CD Deutsche Eigenheim AG zu greifen? Denn die Verschmelzung ging ja daneben.

Uff, das waren jetzt ziemlich viele Zahlen. Deshalb erst mal Schluss. Man sieht allerdings schon jetzt, wie die Design Bau AG unter der Aufsicht von Oliver Krautscheid scheinbar trickreiche Zahlenspiele anwendet, um einen klaren Blick auf den Zustand des Konzerns zu verhindern.

In Folge 2 unserer Bilanzanalyse der Design Bau AG fahren wir mit der Erklärung fort, warum Oliver Krautscheid es wohl nicht leicht haben wird, seine Zahlungsprobleme kurzfristig zu lösen. Es sei denn, Großaktionär Thorsten Wagner greift wieder mal in die Tasche, wie er es schon öfter getan hat, wenn Krautscheid das Geld ausgegangen ist. Siehe etwa bei der Fantastic Company AG.

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