Zur erstaunlichen Karriere von Markus Gildner, Verwaltungsratsmitglied bei der Corporate Equity Partners AG, haben wir schon ein paar Anmerkungen gemacht.
Gildner, der lange Jahre in niederen Managementpositionen bei der Siemens AG gewirkt hat und sich nebenher als multipler Berater in verschiedenen Branchen tummelte, war wahrscheinlich schon seit 2005 dabei, als Thorsten Wagner mit seiner Firma Global Derivate Trading GmbH (GDT) in der Fantastic Corporation AG eingestiegen ist, worüber die Schweizer Handelszeitung hier berichtet hat.
Die Fantastic AG ist in der Schweiz kein unbeschriebenes Blatt und als Skandalfirma, bei der tausende Aktionäre viel Geld verloren haben, immer noch ein Begriff.
Die stille Umwandlung von der Fantastic Corporation AG in die Corporate Equity Partners AG unter der Federführung von Cristian Mantzke Beck hat dann kaum wer mitbekommen.
Jedenfalls stieß spätestens 2006 Markus Gildner in das Team um Cristian Mantzke Beck und wurde Verwaltungsratsmitglied, das er (mit einer kurzen Unterbrechung zum Zeitpunkt der Entmachtung Mantzkes) bis heute innehält.
Scheinbar unbeschadet hat er Mantzkes quasi-kriminelles Handeln beim Kauf einer hochriskanten TUI-Anleihe mit seiner Unterschrift unterstützt, worüber die Aktienversenker hier berichtet haben.
Was das Hantieren mit solchen Zocker-Papieren bedeutet, kann man hier nachlesen.
Mantzke überstand die Affäre nicht, sein Helfer Gildner jedoch schon. Was dies bedeutet, muss man sich selber zusammenreimen. Hatte Gildner einfach zu viel Insiderwissen über weitere Regelverstöße gesammelt, um ihn auch noch abzuservieren?
Kommen wir nun zum Thema der Überschrift zu diesem Beitrag. An einem strahlenden Sonntagmittag im Sommer dieses Jahres präsentierte Markus Gildner in der Hamburger Wohnung seiner attraktiven Lebensgefährtin (eine hochrangige Managerin des Duty Free-Konzerns Heinemann) seinen Plan, die Corporate Equity Partners AG zu übernehmen und mit seinen Immobilienträumen zu verschmelzen.
Einer dieser Träume ist bereits Realität, heisst etwas kitschig Solgarden, steht in 91083 Baiersdorf (Karlstraße 1 A-D) bei Erlangen und kann hier besichtigt werden.
Mit der knappen Mio. Euro aus dem Vermögen der Corporate Equity Partners AG, die das erfolglose Management übrig gelassen habe, könne man im Immobilienbereich noch etwas in Gang setzen – den Rest zahlen die Banken, meinte Gildner. Eine davon dürfte die Stadt- und Kreissparkasse Erlangen sein, deren Filialleiter im Örtchen Baiersdorf Gildners Immobilienträume gut findet, wie man hört.
Ist DAS die große Vision von einem glücklichen Deal, welche uns Oliver Krautscheid im jüngsten Quartalsbericht vor wenigen Wochen vorgesülzt hat? Zitat:
- “Der Verwaltungsrat hat eine umfangreiche Projektpipeline aufgebaut, welche derzeit abgearbeitet wird. Die nach dem Berichtsstichtag eingetretene deutliche Korrektur an den Aktien- und Finanzmärkten verbessert aus Sicht des Verwaltungsrats das Akquisitionsumfeld im zweiten Halbjahr 2011…”
Dies widerspricht natürlich eklatant Gildners Vision von einer heruntergedimmten Corporate Equity Partners AG. Denn Krautscheid hat (wenn man Gildner glauben kann) bereits signalisiert, dass er das Immobilienmanöver nicht prinzipiell ablehne. Man müsste nur den passenden Augenblick abwarten, um die Zustimmung von Hauptaktionär Thorsten Wagner (GDT GmbH) zu bekommen. Der sei dann gegeben, wenn Wagner sich innerlich frustriert von seinem Millioneninvestment verabschiedet habe und seine Anteile Gildner zum Spottpreis übertrage.
Wenn diese Aussagen Gildners tatsächlich stimmen, kann das von Seiten Krautscheids nur bedeuten, dass er selbst bereits aufgegeben hat und nur mehr danach trachtet, eine ordnungsgemäße Liquidation der Corporate Equity Partners zu vermeiden, die ihn in Finanzkreisen unmöglich machen würde.
Ist der Grund für den heftigen Widerstand gegen die Berichterstattung der Aktienversenker möglicherweise die Angst, dass eine diskrete Firmenbestattung publik werden könnte – und vielleicht auch noch die Aufsichtsbehörden (Bafin, Finma) auf den Plan ruft?
Oder hat Krautscheid es nun doch noch geschafft, einen richtigen Fisch für die Corporarte Equity Partners AG an Land zu ziehen, der in Ruhe zerteilt werden will, worüber die Aktienversenker besser schweigen sollten…?
Die Aktienversenker hoffen inständig, dass das zweitgenannte Szenario zutrifft und würden auf jeden Fall voller Anerkennung berichten. Denn sie haben wirklich keine Lust mehr, immer nur über Erfolglosigkeit, Tricksereien und fragwürdige Manöver schreiben zu müssen.















1 Kommentar(e)
… das hört sich alles interessant an. Zu bezweifeln ist jedoch, dass der Wagner einfach so das Handtuch wirft. Kann ich mir persönlich nicht vorstellen…
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